Kontakt-, Informations- und Präventionsstelle
gegen sexualisierte Gewalt
an Mädchen und Jungen im Rhein-Erft-Kreis

Fortsetzung der Projekte dank großzügiger Spende
Auf Grund einer bedeutenden Spende von der C.L. Grosspeter-Stiftung können die Projekte "Krisenintervention" und "Selbstbewusste Mädchen sind starke Mädchen" auch im Jahr 2012 weitergeführt werden. Herzlichen Dank.


--------------------------------------------------------------------------------------

2010/2011 | Krisenintervention
für Kinder und Jugendliche nach Erleben sexualisierter Übergriffe

Ausgangssituation
Seit September 2010 fand sich FREIO auf Grund einer großzügigen Spende von der Stiftung Hilfe für Kinder in Not in der Lage eine zeitnahe, unbürokratische, mobile Krisenintervention für Kinder und Jugendliche durchzuführen. Die Fortführung des Projektes gelang durch eine weitere finanzielle Unterstützung von der Stiftung In Children's Eyes.

In den letzten Monaten begleitete Frau Stamer, Heilpädagogin, Kunsttherapeutin und Familientherapeutin, in Kindergärten und offenen Ganztagschulen, (also in für die Kinder vertrauter Umgebung) einmal wöchentlich Kinder intensiv kunsttherapeutisch. Die Institutionen sind glücklich über die schnelle, unbürokratische und mobile Hilfe, die den Kindern zu Gute kommt.

Auf Grund des Schreckens und fehlender Informationen zu der Thematik, erleben die Eltern eine enorme Verunsicherung, vor allem im Umgang mit ihren Kindern. Die begleitenden, hilfreichen, informativen und individuellen Beratungsgespräche, die mit Hilfe der Projektmittel ebenfalls angeboten werden können, helfen Berührungsängste zu mindern oder Ängste in Bezug auf die Entwicklung ihres Kindes abzubauen.

Für Jugendliche und junge Erwachsene ist die Hemmschwelle, eine Beratungsstelle oder ärztliche Beratung nach einem Übergriff aufzusuchen, enorm groß. Unsere gute Vernetzung im Wohnviertel führt diese jungen Menschen oder ihre Eltern zu uns, in dem andere Institutionen und Hilfsangebote, die hier im Viertel ebenfalls ansässig sind, uns weiter empfehlen. In die Schulen und Kindergärten zu kommen ist nicht selbstverständlich, dies kann kein/e Therapeut/in leisten, FREIO mit seinen Projektmitteln hingegen schon. Wie wichtig es ist, den ersten Kontakt in vertrauter Umgebung herzustellen, zeigen die momentan häufigen Nachfragen.

--------------------------------------------------------------------------------------

Selbstbewusste Mädchen sind starke Mädchen
Zielgruppe: Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren, deren Lebenssituation geprägt ist von psychischen und physischen Übergriffen bis hin zu massiven Gewalterfahrungen
Ansprechpartnerin: Kirsten Stamer
Anmeldungen und Informationen: Tel. 02238/140897 oder 0172/8235456
Beginn: Anfang November, im Anschluss an die Herbstferien 2011
Veranstaltungsort: Stadt Bergheim (Raum wird noch bekannt gegeben!)
Die Teilnehmerinnenzahl ist begrenzt!

Ausgangssituation
Psychische und physische Übergriffe bis hin zu massiven Gewalterfahrungen gegen Mädchen sind Bestandteile ihrer Lebenswelten – jede Vierte erfährt dies am eigenen Leib. Hat ein Mädchen eine Gewalttat erlebt, wird diese Tat oft bagatellisiert, verleugnet und das Gespräch darüber gemieden oder sogar dem Opfer die Schuld zugewiesen. Häufig ist der/ die Täter/ Täterin jemand, den das Mädchen kennt. Dies macht den Umgang mit dem Erlebten extrem schwierig und führt häufig zu Sprachlosigkeit. Das wiederum führt zu gesellschaftlicher Isolation, vor allem in Bezug auf die Peergroup (Gruppe von Ähnlichaltrigen und Gleichgestellten), welche für Mädchen im Jugendalter immens wichtig ist. Weitere Folgen solcher traumatisierenden Erlebnisse sind Ohnmachtsgefühle, Ängste, selbstverletzendes Verhalten, Aggressivität, Schulabstinenz, Konsum von Rauschmitteln etc. Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und Identitätsfindung wird durch ein solches Erlebnis maßgeblich beeinflusst und beeinträchtigt, fehlende Motivation und Energie für positive Zukunftsperspektiven fehlen oft gänzlich.

Das therapeutische Gruppenangebot bietet den Mädchen
- einen Schutz- und Schonraum, in dem sie den Mut entwickeln können, ihre Isolation, ihre Ohnmacht und die Tabuisierung zu überwinden.
- eine eigene Position / Stellung in der Gruppe zu gestalten.
- die Möglichkeit Beziehungen zu knüpfen, um die Isolation zu überwinden.
- den Raum, Neugier zu entwickeln, sich selbst und andere differenzierter zu erleben.
- die Möglichkeit einer künstlerischen Bearbeitung von eigenen Themen z.B. durch Fotos, Collagen, Malerei etc..
Die Teilnahme ist kostenlos!

Freiwilligkeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Kurses, allerdings ist Verbindlichkeit zur regelmäßigen Teilnahme Voraussetzung. Im Bedarfsfall bzw. Krisenfall besteht die Möglichkeit einer Einzelberatung.
Die Zusammenarbeit mit den Eltern bzw. anderen Bezugspersonen, wie z.B. JugendamtsmitarbeiterInnen, ist eine wertvolle Unterstützung, damit den Mädchen ggf., auch nach Beendigung des Kurses, mit der Thematik vertraute GesprächspartnerInnen zur Verfügung stehen.

--------------------------------------------------------------------------------------

seit Gründung bis heute | regelmäßige Elterninformationsabende
in Kindergärten und Kindertagesstätten
Hierbei werden den verunsicherten Eltern realistische Fakten vorgestellt, Informationen über Täterstrategien vermittelt, Fragen wie: "Könnte meinem Kind so etwas zustoßen? Wie kann ich mein Kind schützen? Was sollte unser Kind wissen?... beantwortet. Außerdem wird gemeinsam über folgende Themen diskutiert: Wie selbstbewusst oder "eigensinnig" dürfen Kinder sein? Mein Körper gehört mir! Den eigenen Gefühlen trauen! und wie spreche ich über Sexualität mit meinem Kind. Weitere Hilfsangebote für Betroffene werden vorgestellt und Ideen vermittelt, wie die ersten Schritte zur Hilfeleistung aussehen könnten. Z.B. Was tun, wenn ein Kind sein Verhalten verändert?

--------------------------------------------------------------------------------------

"Farbenspiel"
Heilpädagogisch begründete Kunsttherapie
unter trauma- und bindungsspezifischen Aspekten

"Kinder stärken!" – Prävention
Abenteuerlust, kleine und große Sensationen, Träume und Phantasiereisen von Kindern haben allzuoft keinen Platz in der Welt der Großen. Die sind eher damit beschäftigt, ihre Anerkennung, Bestätigung und Zuwendung in den wichtigen, "ernsten" Dingen des Lebens zu erreichen – und vergessen dabei, dass die kleinen Leute manchmal in einer anderen Welt leben. Für Kinder hat Anerkennung nicht immer mit Leistung zu tun. Sie brauchen Bestätigung auch für Träumereien und Träume – und Zuwendung nicht nur, wenn sie zuvor etwas "geleistet" haben.
Das kreative Potential der Kinder ist eine Ressource, die es den Kindern ermöglicht mit schwierigen, traurigen und traumatisierenden Situationen im Leben zurechtzu-kommen. Zusätzlich ist das Leben der Kinder von Frustrationen, Bindungsab-brüchen, vielen Anforderungen und Leistungsdruck geprägt, wodurch das Selbstbewußtsein oft eingeschränkt oder nur mangelhaft entwickelt ist. Ein positives Selbstbild, ein gesundes Selbstbewußtsein und soziale Kompetenzen sind aber in unserer Gesellschaft unverzichtbar als eine Kraft der Bewältigung und des Schutzes gegen gewaltätige Übergriffe, Suchtmittelabhängigkeiten und psychische/ psychosomatische Auffälligkeiten.

"Farbenspiel" – Konzept
Heilpädagogische Kunsttherapie meint im eigentlichen Sinne "Erziehung und Therapie mit bildnerischen Mitteln", mit der Zeichnung, der Grafik, der Malerei, der Plastik, der Drucktechnik, der Fotografie; im weiteren Sinne bezieht sie musisch-kreative Tätigkeiten wie Bewegung, Pantomimen - und Puppenspiel, Poesie und Musik in therapeutischer Absicht ein. Des Weiteren werden individuell Methoden wie Biografiearbeit, Phantasiereisen, Atem- und Konzentrationsübungen genutzt, um die eigenen kreativen Kräfte kennenzulernen und zu stärken.
Das Farbenspiel berücksichtig dabei in besonderer Weise trauma- und bindungsspezifische Bewältigungsstrategien und nutzt diese als gute Fähigkeiten, um darauf aufbauend neue Strategien zu erlernen.

AnsatzAktivitätenAktuellesVeranstaltungenVereinKontakt
.................................................................................................................................................
© Freio e.V. | Bergheim/Erft | 10/2005